Bohuslav Martinů
  Variationen über ein slowakisches Thema
(1890-1959)
   
   
György Ligeti
  Sonate für Violoncello solo
(1923-2006)
   
     
Robert Schumann
  Fünf Stücke im Volkston, op. 102
(1810-1856)
   
     
   
Pause
 
     
   
Alice Baumgartner
  Requiem vitae (2012)
(*1987)
   
     
Leoš Janáček
  aus: Auf verwachsenem Pfade
(1854-1928)
  Unsere Abende - Komm mit! -
  Das Käuzchen ist nicht fortgeflogen!
     
Antonín Dvořák
  Polonaise in A-Dur, op. post.
(1841-1904)
   
     
Der aus Böhmen stammende Bohuslav Martinů hat Violine, Orgel und Komposition studiert. Er lebte in Europa, ehe er durch den Einfluss des Naziregimes nach Amerika flüchten musste, kehrte später jedoch wieder zurück. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in der Schweiz und verstarb in Liestal. Trotz seines umfänglichen und vielfältigen Schaffens weisen seine Kompositionen stets einen engen Bezug zur tschechischen Volksmusik auf. Die Variationen über ein slowakisches Thema entstanden 1959, in Martinůs Sterbejahr. Sie sind an böhmische und slowakische Folklore-Rhythmen angelehnt; mal klagend, fast wie ein sehnsuchtsvolles Flehen, dann wieder stolz und tänzerisch.
György Ligeti wurde 1923 in Siebenbürgen geboren. Er war ein österreichischer Komponist ungarischer und jüdischer Herkunft und gilt als einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Die Sonate für Violoncello solo entstand 1948-53 und ist somit eines der frühesten Werke Ligetis, welches er noch in seiner Studienzeit begann. Seine ersten Kompositionen sind Erweiterungen der musikalischen Sprache seines Landsmannes Béla Bartók sowie des Ungaren Zoltán Kodály und des weiteren von der ungarischen Folklore beeinflusst. Während der Entstehungszeit der Cellosonate beschäftigte er sich zudem mit rumänischer Volksmusik im Bereich der Musikethnologie. Aufgrund seiner Niederlassungen in Österreich und Deutschland in den späteren Lebensjahren wurden seine Kompositionen von wichtigen Vertretern der Avantgarde, wie Karlheinz Stockhausen, inspiriert. Er liess zunehmend u.a. Elemente der elektronischen Musik oder der Mikropolyphonie in seine Werke einfliessen.
Robert Schumann
, in Zwickau geboren, war gleichzeitig Komponist, Pianist, Dirigent, Dichter, Kritiker, Theoretiker. Seine Kompositionen spiegeln poetischen Ausdruck, verinnerlichte Sehnsucht, gesangliche Lyrik und mitreissende Leidenschaft wider. Die im April 1849 komponierten Fünf Stücke im Volkston bilden den einzigen Zyklus, welchen Schumann ursprünglich für Violoncello geschrieben hat. Das Volkstümliche lässt sich viel eher an der Stimmung – eine schlichte, durchsichtige, mit feinem Humor durchzogene Melodie im Gegensatz zu irdischer Leidenschaft – erkennen als im direkten Bezug zur Folklore.
Die 1987 geborene Schweizerin Alice Baumgartner stammt aus St. Gallen. Über das Werk, welches sie dem Duo Escarlata widmet, sagt sie selber folgende Worte: "Requiem vitae (lat. Requiem des Lebens bzw. Ruhe des Lebens) ist eine Komposition, die sich mit den zwei Fragen über das "Leben nach dem Tod" und das "Tot sein im Leben" beschäftigt. Für mich ist es deshalb nicht nur ein Requiem für Verstorbene, sondern vor allem für Lebende. Die beiden Instrumente Akkordeon und Violoncello geben mir die Möglichkeit, meine Ideen und Vorstellungen in einem sehr intimen Rahmen umzusetzen."
Leoš Janáček, in Mähren (heute Tschechien) geboren, hatte Stellen als Musiklehrer, Direktor und Dirigent inne. Seine Bekanntheit als Komponist gründet sich vor allem auf seine Opern. Besonders hervorzuheben ist aber das aus zwei Zyklen bestehende Werk für Klavier solo Auf verwachsenem Pfade aus den Jahren 1901-1911. Die Stücke wurden ursprünglich teilweise für Harmonium komponiert, welches klanglich nicht so weit vom Akkordeon entfernt ist und zeichnen sich vor allem durch schlichte, einfühlsame, fast kindliche Melodien aus. Janáček hat in diesen musikalischen Bildern die Erinnerung aus vergangenen Zeiten eingefangen, welche zum Beispiel neben seiner Kindheit auch den Tod seiner Tochter Olga mit einschliesst.
Der mit Janáček befreundete tschechische Komponist Antonín Dvořák war Bratschist, Organist, Dirigent, Komponist und gelernter Metzger. Als Bratschist spielte er unter der Leitung von Wagner und Liszt im Orchester. Nach einem Vierhundert-Gulden-Stipendium des Wiener Kulturministeriums im Jahre 1875 widmete er sich ganz der Komposition. Bohuslav Martinů sagte über Antonín Dvořák: "Dvořák war einer von denen, die mir den für einen Künstler und Komponisten notwendigen Weg zeigten. Vielleicht darum, weil er so aufrichtig sein Volk und sein Tschechentum ausdrückte und weil in dieser Beziehung etwas war, was ich selbst ausdrücken wollte. Die Persönlichkeit Dvořáks ist für mich durch eine gewisse kostbare Liebenswürdigkeit, Menschlichkeit und Gesundheit bedeckt. Wenn jemand ein gesundes und freudiges Verhältnis ausdrückte, dann er... Die Musik soll immer freudig sein, auch wenn sie tragisch ist. Ein glücklicher Mensch, der ein solches Erbe hinterlässt."
Dvořák komponierte die Polonaise in A-Dur im Jahre 1879, unmittelbar nachdem er die berühmten slawischen Tänze zu Papier gebracht hatte. Im selben Jahr wurde sie vom Cellisten Franz Xaver Neruda und Dvořák am Klavier uraufgeführt. Wie die slawischen Tänze ist auch die Polonaise von tschechischen und slawischen Volkstänzen beeinflusst und kompositorisch verfeinert, ohne dabei ihre Natürlichkeit zu verlieren. Das zeigt ebenso Dvořáks Kunst wie seinen inneren Gleichklang mit echter Folklore.

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